Sedcard – Was, wieso, warum und weshalb?

verfasst von Savio

Deine eigene Sedcard drucken lassenWie angekündigt geht es diesmal wieder mehr um Juuuz-verwandte Themen. Heute: Savio erklärt euch die Sedcard ;)

Sedcard – Who??
Die Sedcard (oder im angelsächsischen Sprachraum: Comp Card) ist das Aushängeschild jedes Models. Mit ihr präsentiert sich das Model gegenüber Agenturen oder Fotografen. Die Sedcard ist eines der wichtigsten Werbemittel eines Models und heutzutage nicht mehr aus dem Business wegzudenken.

Um den Ursprung des Namens ranken sich so einige Legenden. Die bekannteste besagt, dass die Karten nach Sebastian Sed benannt sind, dem Geschäftsführer einer in den 60er Jahren erfolgreichen internationalen Modelagentur, und er damit eine erste Grundlage für die Standardisierung von Bookings schaffte. Andere behaupten, dass diese Karten schon davor von anderen Agenturen eingeführt wurden. So beansprucht Peter Marlow die Erfindung dieser Karten – damals unter dem Trademark “Model Composite”, was auch die internationale Bezeichnung “Comp Card” erklären würde.  Einen Überblick über Sed Card von damals findet ihr hier. Neben diesen Begriffen sind auch noch andere gängig:

Wie z. B. Setcard (in Anlehnung an set = Zusammenstellung, Menge), Zedcard (Sed ausgesprochen als Buchstabe Z. Andere Quellen leiten die Herkunft aus der damals üblichen “Zed-Faltung” ab)

Was ist auf der Sedcard drauf?
Die Sedcard hat das Format DIN A5 (in Amerika “US-Statement/Half”) und beinhaltet die wichtigsten Fotos und Daten eines Models. Man findet sie gelegentlich auch im DIN A4 Format oder zusätzlich gefaltet. Im Grunde stellen sie die Bewerbungsunterlagen im Modelbusiness dar. Daher haben sich im Laufe der Zeit Konventionen herausgebildet, die man – wie bei jeder anderen Bewerbungsform – tunlichst einhalten sollte. Überflüssig zu nennen, dass durch geschickte Auswahl von Bildmaterial und geeigneter Karten die Bookingchancen steigen. Was ist also zu beachten?

Deckblatt
Die wichtigste Seite der Sedcard. Oft entscheidet schon diese Seite darüber, ob du überhaupt in die Vorauswahl für ein Booking kommst. Hier spielt die Sympathie eine besonders wichtige Rolle. Im Eifer des Gefechts und strengen Deadlines bleibt den Bookern und Fotografen  nur wenig Zeit für die Auswahl. Wie fast immer im Leben zählt auch hier der erste Eindruck. Daher musst du mit dem Deckblatt innerhalb weniger Sekunden punkten können. Das Foto sollte möglichst formatfüllend und mittig ausgerichtet sein. Störende Elemente, wie z. B. regenbogenfarbene Hintergründe, Texte, die durch das Gesicht verlaufen, etc. , vermeiden. Zusätzliche Sympathiepunkte holst du dir mit direktem Augenkontakt. Wenn der Name erwähnt werden soll, kann dieser unten dezent gesetzt werden.

Rückseite
Auf der Rückseite (oder bei gefalzten Karten Innenseite) finden sich vier bis acht Fotos. Aus Kostengründen findet man diese oft schwarz-weiß vor, was nicht immmer ausreicht. Da hier nur durch Bild und Text kommuniziert wird, wäre es ein Verlust, auf die Farbe zu verzichten. Mit diesen Fotos untermauerst du dein “Können” als Model. Zeig daher, wie wandelbar du bist. Hier geht es nicht darum, die besten Fotos zu nehmen, sondern diejenigen, die am besten deine verschiedenen Facetten hervorstellen. Dies kann von Dessous über Abendgarderobe bis hin zu Outdoor alles mögliche sein. Zeig Mimik! Eine gute Möglichkeit an Fotos für die Sedcard zu kommen sind sog. Testshoots. Dazu aber mehr in einem anderen Beitrag.

Weiterhin müssen noch die Modeldaten angegeben werden. Daher Körpergröße, Oberweite, Taille, Augenfarbe, etc.  Wichtig ist, dass diese Angaben auf Deutsch und Englisch gemacht und immer aktualisiert werden müssen. Auch hier zählt wie beim Rest der Sedcard: Klare Gestaltung. Keine extravagante gestalterische Experimente.

Material
Genauso wichtig wie die Fotos in das Material das du verwendest. In welcher Qualität? Beschichtung? Matt oder Hochglanz? Du hast jetzt also das perfekte Deckblatt, die tollsten Fotos, sämtliche Modeldaten und ein tolles Layout? Und druckst das auf mattes, welliges, dünnes Papier? Damit verpufft viel Wirkung. Zu einer perfekten Präsentation brauchst du das Gesamtpaket, daher sollte es zumindest ein hochwertiges Fotopapier mit einem Flächengewicht ab 280 g/m² (je höher das Flächengewicht, desto dicker das Papier. Ab etwa 150g/m² spricht man schon von Karton) sein. Wer mehr Wert auf Qualität leggt, nimmt dickeres Papier. Als Anhaltspunkt: Postkarten haben ein Gewicht von etwa 300g/m². Weiterhin ergibt sich noch die Frage nach den verschiedenen Beschichtungen oder im Fachjargon Veredelung, was es vielleicht besser trifft. Ohne zu weit auszuholen: Die Sedcard sollte mindestens cellophaniert und UV-lackiert sein. Auch stellt sich die Frage, ob die Karte durchgängig farbig sein soll. Wie oben kurz erwähnt sollte man möglichst farbige Karten drucken lassen, obwohl sie dadurch teurer werden. Das ist aber ein beliebtes Streitthema. Meine Meinung ist, dass man an Bewerbungsunterlagen nicht sparen sollte.

Wieviele Sedcards?
Mit der Kostenkalkulation stellt sich auch die Frage, wieviele Sedcards man drucken soll. Ein Newcomer-Model sollte erstmal mit einer geringen Auflage von etwa 250 Stück anfangen. Das reicht, um sich bei Agenturen und Fotografen vorzustellen. Wenn das eigene Portfolio weiter ausgebaut ist und man “seinen Typ” gefunden hat, lohnt sich eine größere Auflage ab 1000 Stück. Diese Menge scheint ziemlich hoch gegriffen zu sein, aber wenn man einem Fotografen 2 oder 3 Karten mitgibt und Agenturen, Künstlerdiensten, etc. noch mehr Expemplare, wird der Stapel ganz schnell ganz klein.
Adressen um die Karten loszuwerden findet man u. a. im Red Box, der Bibel der Medienbranche Deutschlands. Weitere Adressen sind über die Künstlerdienste erhältlich.

Wo drucken lassen?

Sedcards kann man sich in jeder besseren Druckerei erstellen lassen. Am besten setzt man sich aber noch mit einem fähigen Grafiker zusammen, der sich auf die Produktion von Printmaterial spezialisiert hat. Nur er hat die Erfahrung und Kenntnisse, damit die Karten nach dem Druck genauso wie auf dem Rechner aussehen. Stichwörter: Farbprofile, Iso Coated, CMYK, Randbeschnitt, etc. Dazu muss man evtl. weitere Kosten kalkulieren.

Falls du noch keine Sedcard hast und ein Komplettpaket suchst: Ein günstiges und zeitlich limitiertes Angebot (nur für Juuuz-Mitglieder) findet sich hier.

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